1929

Das Johanniterbad trägt seinen Namen seit dem Mittelalter, als die Herren von St. Johann hier in die Badestube gingen, deren Gästehaus im Lauf der Zeit zum Hotel wurde.

1929 erwarb Eugen Maier aus Rötenbach mit seiner Frau Maria aus Göschweiler das Anwesen mit der dazugehörigen Dependance. Zuvor hatte er während mehrerer Auslandsaufenthalte seine Liebe zur Gastronomie entdeckt. Seine Fähigkeiten als Kellner und als Hoteldirektor konnte er in renommierten Häusern in England, Belgien und in der Schweiz unter Beweis stellen.

1931

Als Eugen Maier das Johanniterbad übernahm, war im unteren Teil der Dependance über zwei Etagen eine Badeanstalt in Betrieb. Dort wurden nicht nur medizinische, sondern auch Reinigungsbäder verabreicht, da es zu jener Zeit in Rottweil noch nicht jedem vergönnt war, sich zu Hause ein Bad einzurichten.

1948

Zu Beginn des II. Weltkrieges folgte Ernst zunächst seinem Vater in der Berufswahl, doch wurde er 1942 zum Militärdienst eingezogen. In der Zeit der französischen Besatzung brannte die Dependance 1948 bis auf die Grundmauern nieder. Von dem in russische Kriegsgefangenschaft geratenen Sohn fehlte bis dahin jede Nachricht.

1949

Als Ernst 1949 endlich aus der Gefangenschaft zurückkehrte, übernahm er sofort die Leitung des Hotels und widmete sich dem Wiederaufbau der Dependance. Dabei unterstützten ihn seine Eltern und seine Schwester Erika tatkräftig.

1954

Ernst Maier heiratet 1954 die Gastwirtstochter Irmgard Gaus aus Empfingen. Dieses freudige Ereignis konnte Eugen Maier noch miterleben, bald darauf starb er. Doch die Familie musste nicht lange ohne einen Eugen auskommen, denn im selben Jahr wurde Ernsts erster Sohn geboren, der ebenfalls diesen Namen erhielt.

Neben der Familie wuchs auch der Betrieb - die zweite Etage der Dependance wurde ebenfalls 1954 fertiggestellt. Das Wirtschaftswunder der 50er-Jahre erfasste auch das Hotel Johanniterbad merklich, denn die Terrasse wurde teilweise überbaut und das Restaurant auf 60 Sitzplätze erweitert. 1956 wurde der Badebetrieb eingestellt im selben Jahr kam die erste Tochter Susanne zur Welt.

Mit dem sich stetig verbreitenden guten Ruf des Hotels konnte die Familie immer mehr zufriedene Gäste beherbergen, darunter auch Prominenz aus Politik, Showbusiness und Wirtschaft. Das ist bis heute so geblieben.

1960

Die Familie freut sich 1958 über die Geburt des zweiten Sohnes Elmar. Zwei Jahre später ersetzt man die Etagenbäder in der Dependance durch moderne Bäder und Duschen auf den Zimmern.

1969

Die zweite Tochter Isabel wird 1966 geboren. Um das Hotel den neusten Ansprüchen entsprechend zu modernisieren, entscheidet sich die Familie 1969, das Haupthaus bis auf das Parterre abzureißen und neu aufzubauen. In diesem Jahr kommt der dritte Sohn Tobias zur Welt.

1971

Anfang der 70er Jahre ist die wirtschaftliche Situation des Hotels sehr angespannt. Der 1971 eingeweihte Neubau wird zu einer großen finanziellen Belastung. Davon lässt sich die Familie Maier nicht entmutigen und baut 1978/79 gleich noch das Restaurant um.

1979

Kennern der gehobenen Küche ist der Name ein Begriff: In den Jahren 1979 - 1982 erlernt der heutige Sternekoch Johannes King sein Handwerk bei Irmgard Maier, so dass man mit einigem Recht sagen könnte, dass die geschmacklichen Spuren unserer Küche bis nach Sylt zu verfolgen sind, wo er im Söl’ring Hof 2006 seinen zweiten Michelin-Stern “erkochte”. Die kulinarische Verbindung besteht in Form eines regen Austausches bis heute.

1983

Die Seniorchefin Maria Maier, die 1983 stirbt, erlebt nicht mehr mit, wie Ernst sich einen Lebenstraum erfüllt: in sein Hotel eine Suite mit Whirlpool zu integrieren. Auch der Hoteleingang wird vollständig umgebaut.

1994

In den 90er Jahren wird das gesamte Hotel umfassend modernisiert, kaum ein Bereich wird ausgelassen. 1994 löst Tobias Maier seine Mutter Irmgard in der Küche ab. 1999 stirbt Erika Maier.

2001

Im neuen Jahrtausend übergeben Ernst und Irmgard Maier die Leitung des Hotels an ihren Sohn Tobias und dessen Ehefrau Sabine mit ihren Kindern Johanna und Katharina. Unterstützt werden sie von Tobias’ Schwester Susanne und deren Mann Heiko Mäule. Auch Mutter Irmgard ist mit ihrer Erfahrung stets eine große Hilfe. 2003 stirbt Seniorchef Ernst Maier.

2009

Den dritten und letzten Teil der Sanierung, der das Untergeschoß der Dependance betrifft, nimmt die Familie Maier 2009 in die Hand. Zugleich wird das zweite Blockheizwerk eingebaut. Mit dem Neueinbau eines Aufzugs und der vollständigen Sanierung der Zimmer im Hauptgebäude nehmen die Um- und Neubaumaßnahmen ein vorläufiges Ende, so dass 2014 alle Zimmer und das Restaurant in neuem Glanz erstrahlen und das Hotel auch in den kommenden Jahren für seine Gäste ein moderner Wohlfühlort sein wird.